Ehemalige des MG sponsern neue Posaune

Jever. Mit den stimmungsvollen Klängen der 9. Symphonie von Beethovens „Ode an die Freude“, die von der 5c, der Bläserklasse des Mariengymnasiums Jever, aufgeführt wurde, begann in diesem Jahr die Jahreshauptversammlung des Vereins der Ehemaligen am Freitagabend in der Mensa. Obwohl die 25 Schülerinnen und Schüler erst seit einem halben Jahr ihre Instrumente spielen, war das Klangergebnis auch bei weiteren musikalischen Kostproben erstaunlich hörenswert. Renate Janssen-Niemann bedankte sich bei den engagierten Musikern mit einer kleinen Osternascherei und begrüßte anschließend die Anwesenden, darunter auch Dr. Martin Lichte als stellvertretenden Schulleiter und den neuen Schulleiter Frank Timmermann. In ihrem Jahresrückblick machte sie darauf aufmerksam, dass der Verein inzwischen auf 557 Mitglieder angewachsen sei, 22 neue Mitglieder kamen im letzten Jahr dazu. Mit der modernisierten Schulglocke, der Homepage und der neuen Referentenreihe „Ehemalige persönlich“ habe der Verein in jüngster Zeit viel bewegt. Kleine Veränderungen ergaben sich anschließend im Zuge der Vereinsregularien. Peter Tolksdorf, der 38 Jahre lang als Schatzmeister ordnungsgemäß die Vereinskasse führte, gab sein Amt auf eigenen Wunsch in jüngere Hände. Zukünftig wird Dirk Degener als Kassenwart fungieren, Peter Tolksdorf bleibt dem Vorstand als Organisationswart (vorher Degener) erhalten.
Nachdem der Verein seit der Euroumstellung nicht an den Beiträgen gerüttelt hatte, beschloss der Vorstand nun den Jahresbeitrag auf 15 Euro anzuheben. Frischgebackene Abiturienten können sich aber freuen: Sie sind im ersten Jahr beitragsfrei. Auch können Beiträge in Härtefällen gestundet werden. Die Wunschliste, die aus den Fachbereichen der Schule kam, sei auch in diesem Jahr wieder sehr groß gewesen, meinte Janssen-Niemann zum Punkt Spendenvergabe. Rund 2000 Euro verteilen sich in diesem Jahr an die Fachgruppe Religion (Fachzeitschrift und Filme), Fachgruppe Unterrichtsentwicklung („Fit für die Oberstufe“), Fachgruppe Musik „Bläserklasse“ (Anschaffung einer Posaune für die neue 5c) und die Musical AG mit dem anspruchsvollen Projekt „Shakespeares – ein Sommernachtstraum“.
Dr. Lichte bedankte sich ausdrücklich bei den Ehemaligen, die mit ihren Spenden einen wesentlichen Beitrag zu vielen Projekten liefern würden. Der stellvertretende Schulleiter berichtete anschließend über aktuelle Schulentwicklungen. Seit einem Dreivierteljahr bestehe bereits die Inklusionsklasse am MG. Es sei „bewundernswert normal, was hier abläuft“, äußerte sich Lichte stolz. Die Klasse hätte im Sozialverhalten tolle Noten erzielt, das Leistungsbild bewege sich in einem guten Rahmen. Allerdings seien 5 Stunden Sonderschullehrkraft pro Woche für ein Kind zu wenig. Die Erfahrungen zeigten: Inklusion ist möglich, aber nicht zum Nulltarif.
Der vergangene Doppelabiturjahrgang sei mit 230 Abiturienten als „guter Jahrgang“ gefeiert worden. Tatsächlich hätten sich aber 30 Prozent der Schüler aus dem jüngeren Jahrgang, die in nur zwölf Jahren ihr Abitur erreichen sollten, dafür entschieden lieber ein Jahr zu wiederholen. Dieses Phänomen hätte sich landesweit gezeigt. Das Prädikat „guter Jahrgang“ sei daher reine Augenwischerei. Lichte stehe dem Projekt G 8 mit „gemischten Gefühlen“ gegenüber: Die Abiturienten würden teilweise mit 17 Jahren die Schule verlassen und seien für die Uni und Auslandsjahre zu jung.
Bezüglich der bevorstehenden Sanierung des Oberstufengebäudes hoffte Lichte, dass mit den Arbeiten zügig nach den Osterfreien begonnen werde, damit das Gebäude im Sommer 2013 wieder genutzt werden könne. Eine weitere Neuigkeit: 2013 könnte sogar der gesamte Jahrgang 5 wieder in Jever beschult werden, denn die Schülerzahlen sinken rapide ab. Derzeit besuchen 1234 Schüler das MG. Durch die Reduzierung werde die Schule langfristig wieder vierzügig. Da die Verteilung auf zwei Standorte aber immer problematisch war, freut sich die Schulleitung auf die Zusammenführung. Frank Timmermann stellte sich anschließend dem Verein im Rahmen der JHV kurz vor. Seit sechs Wochen fungiert er als neuer Schulleiter an der Schule und sei immer wieder erstaunt über das facettenreiche und lebendige Angebot der Schule.
Matthias Bollmeyer machte als zweiter Vorsitzender darauf aufmerksam, dass im Herbst die Kunsthistorikerin Dr. Juliane Moser im Rahmen der Reihe „Ehemalige persönlich“ die Schule besuchen werde. Und noch ein Highlight: Im Sommer 2013 ist geplant, dass Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt seine alte Schule aufsucht und Jeveranern sowie Schülerinnen und Schülern über seinen spannenden Berufsalltag als Sportmediziner und Betreuer der deutschen Fußballnationalmannschaft berichten wird.

Autor : Wiebke Schönbohm-Wilke

Jahreshauptversammlung 2012

JEVER/WAN Die diesjährige Jahreshauptversammlung des „Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever“ wurde am Freitag musikalisch eingeleitet. Musiklehrer Frank Roloff stellte die Bläserklasse 5c vor und die 24 Schüler gaben Kostproben dessen, was sie in den ersten gut sechs Monaten schon alles gelernt haben.
Wie die Vereinsvorsitzende Renate Janßen-Niemann dazu bemerkte, öffneten die jungen Musiker damit die Herzen der Mitglieder, vor allem aber auch deren Spendierhosen. Mit der Folge, dass eine neue Posaune für die Bläserklasse finanziert wird. Weitere Geldmittel aus den Beiträgen und Spenden der insgesamt 557 Mitgliedern des Vereins bekommen die Fachgruppen Religion und Unterrichtsvorbereitung für besondere Unterrichtsmaterialien und die Musical-AG erhält einen Zuschuss von 500 Euro für das in Juni anstehende neue Musical „Shakespeare – Ein Sommernachtstraum“.
Insgesamt spenden die Ehemaligen damit erneut 2000 Euro und Dr. Martin Lichte, stellvertretender Schulleiter, betonte, dass diese Mittel eine wesentliche Basis für manche sonst nicht zu finanzierende Projekte seien. Diese Aktionen wie auch die neue Homepage und die Rede der Vorsitzenden bei der Abifeier 2011 erbrachten immerhin 22 neue junge Mitglieder. Nun soll der Jahresbeitrag von 10 Euro auf 15 Euro angehoben werden, um noch mehr Unterstützung leisten zu können, Abiturienten können allerdings ein Jahr beitragsfrei bleiben.
Dann stellte sich der neue Schulleiter Frank Timmermann vor und er lobte die Vortragsreihe mit Ehemaligen, aus denen gewissermaßen „etwas geworden ist“ wie jetzt der Architekt Professor Klaus Trojan (die WZ berichtete). Das Auftreten solcher Vorbilder sei für die Schüler sehr interessant und ein Ansporn. Nächste in der Reihe wird übrigens im Herbst Dr. Juliane Moser sein, als Museumsleiterin quasi Schlossherrin in Eutin.
Eine Änderung gab es im Vorstand, denn nach 38 Jahren legte Kassenwart Peter Tolksdorf sein Amt in jüngere Hände und fand mit dem gelernten Banker Dirk Degener jemanden, der ungleich besser mit den kompliziert gewordenen digitalen Buchungsvorgängen zurechtkomme. Tolksdorf tauschte sein Amt, indem er künftig Degeners Aufgaben als Organisationswart wahrnimmt.

Autor : Wolfgang A. Niemann

Schulpädagogische Ideen für einen Degen

Zum wiederholten Mal konnte jetzt die Bibliothek des Mariengymnasiums Jever mit ihren herausragenden, bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Buchbeständen zur Erforschung eines Sachverhalts der Frühen Neuzeit beitragen. Aus der intensiven Auswertung des ersten schulpädagogischen Programms der jeverschen Lateinschule aus den Jahren 1717/18 sowie diverser Personalschriften des Barockzeitalters konnte der Latinist und Frühneuzeitforscher Dr. des. Matthias Bollmeyer aus Jever, zu dessen Forschungsschwerpunkten neben Gelegenheitsschriften noch Humanismusforschung, historisches Buchwesen, biographisch-bibliographische Studien und Gelehrtenkultur gehören, das Lebensbild und die pädagogische Prägung des aus Zerbst stammenden Theologen und Schulmanns Gottfried Victor Moehring rekonstruieren.
Moehring wurde im Jahr 1681 geboren, besuchte das Francisceum in Zerbst und studierte an der Universität Wittenberg, an der er anschließend bis zum Jahr 1708 als Dozent arbeitete. Im Herbst 1708 wurde er als neunter Rektor an die jeversche Lateinschule berufen, anschließend zunächst im Jahr 1729 auf die Pfarrstelle nach Wüppels und bereits im Jahr 1734 auf die Pfarrstelle nach Neuende im heutigen Wilhelmshaven versetzt. Dort verstarb er im Sommer des Jahres 1750.
Das erwähnte Schulprogramm, in dem Moehring eine Bewertung des Wissens und des schulischen Unterrichts vornimmt, ist nur in zwei Exemplaren aus der Bibliothek des Mariengymnasiums bekannt, von denen eines das persönlich unterzeichnete Widmungsexemplar Moehrings an den jeverschen Drosten Fürst Johann Ludwig II. von Anhalt-Zerbst ist. In Verbindung mit Archivalien im Staatsarchiv Oldenburg konnte Bollmeyer jetzt nachweisen, dass Moehring mit seiner Schrift nicht nur schulpädagogische Ziele verfolgen, sondern auch eine ganz persönliche Bitte durchsetzen wollte: Die Widmung sollte seinen Antrag positiv beeinflussen, als Schulleiter in Jever entgegen der Verfügung in den älteren Schulgesetzen öffentlich einen Degen tragen zu dürfen.
In den Sammelbänden mit Gelegenheitsschriften sind diverse Werke erhalten, die Moehring zu verschiedenen Anlässen von Verwandten, Freunden und Kollegen als literarische Gaben gewidmet werden. Die Glückwunschgedichte zu seiner Hochzeit mit Sophia Katharina Toepken aus Kniphausen sind nach derzeitigem Kenntnisstand als unica nur in der Bibliothek des Mariengymnasiums bekannt, und alle zehn Drucke mit Abschiedsgedichten zu Moehrings Abreise aus Wittenberg nach Jever sind gemeinsam nur in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar belegt – aber immerhin acht dieser Drucke befinden sich daneben nur noch in Jever.
Neben diesen heute sehr raren einzelnen Drucken besitzt die Bibliothek des Mariengymnasiums weitere Werke des ehemaligen Rektors. Hervorzuheben ist darunter noch besonders der repräsentative Sammelband mit Trauerschriften anlässlich des Todes der Fürstin Friederike von Anhalt-Zerbst im Jahr 1709, der heute aus herrschaftlichem Besitz recht weit verbreitet und beispielsweise auch in Berlin, Gotha und Wolfenbüttel vorhanden ist.
Eine intensive biographische Auswertung diverser Textzeugnisse ist im Dezember 2011 von Dr. des. Matthias Bollmeyer aus Jever im Oldenburger Jahrbuch 2011 veröffentlicht worden.

Trauer um OStR i. R. Dr. rer. nat. Falko Oellrich

Der ehemalige Schüler und Lehrer OStR i. R. Dr. rer. nat. Falko Oellrich ist am 11. Januar 2012 nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren verstorben. Am Mariengymnasium unterrichtete er mehrere Jahrzehnte die Fächer Mathematik, Informatik sowie Werte und Normen. Er trat am 31. Januar 2010 in den Ruhestand. Oellrich hat den Bereich der Neuen Technologien am Mariengymnasium grundständig aufgebaut und sich außerdem um die erste Homepage der Schule im Internet und den Schachsport am Mariengymnasium verdient gemacht. Bei seinen Schülerinnen und Schülern unvergessen bleiben werden seine von Zuverlässigkeit, Perfektion und Akribie geprägte Arbeitsweise.
Im Jahr 1975 wurde Falko Oellrich mit einer Arbeit über „Eine Erweiterung des Systems W(X) von Ordinalzahlbezeichnungen und seine Beziehungen zum System Od(J) von Ordinaldiagrammen nach A. Kino“ von der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Universität Hannover zum Dr. rer. nat. promoviert.
Durch die im Jahr 2006 erfolgte Gründung der Dr.-Falko-Oellrich-Stiftung zu Gunsten der Förderung der Bibliothek des Mariengymnasiums, der Kunstschule Kiebitz in Jever und des Mathematikunterrichts am Mariengymnasium wollte er ehrenamtliches Engagement unterstützen und selbst dazu einen Beitrag in seiner Heimatstadt leisten.
Dankbar werden alle Ehemaligen, Aktiven und Freunde des Mariengymnasiums Falko Oellrich und sein Wirken in guter Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seinen nächsten Angehörigen und Freunden.

Autor : Matthias Bollmeyer

Sommerausgabe: Neues Gesicht für die „Glocke“

JEVER/WAN An diesem Mittwoch überreichten Renate Janßen-Niemann und Matthias Bollmeyer das obligatorische Vorratskontingent der Zeitung des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever „Die alte Schulglocke“ an den kommissarischen Schulleiter Dr. Martin Lichte. Die übrigen der rund 800 Exemplare gehen nun raus an die über 600 Mitglieder des Vereins sowie etliche öffentliche Bibliotheken.
Doch diese Sommerausgabe ist etwas Besonderes, wie die Vereinsvorsitzende Janßen-Niemann betonte: „Zum 60. Geburtstag erscheint die Zeitung mit einem neuen Gesicht.“ Der Verein wurde zwar bereits 1949 vom späteren Ehrenbürger Jevers Karl-Heinz „Hein“ Bredendiek ins Leben gerufen, die erste Vereinszeitung erschien jedoch erst im Juni 1951. Das habe an den knappen Mitteln gelegen, erläuterte Bollmeyer, denn das Spendensammeln sei sehr mühsam gewesen.
Da hätten die Vorstandsherren – Frauen waren damals für den Vorstand noch undenkbar! – die Ehemaligen persönlich besucht und quasi an der Haustür um kleine Gaben gebettelt. Diese sogenannten Glockenspenden gibt es bis heute alljährlich und die Namen der Spender werden jeweils in der „Alten Schulglocke“ abgedruckt. Doch die Publikation ist kein übliches Vereinsblatt, was auch das Interesse etlicher Bibliotheken erklärt.
Immer wieder erscheinen darin neben Artikeln über Ereignisse an der 1573 von Jevers Regentin Fräulein Maria gegründeten Schule auch solche über historische Themen oder seit einiger Zeit Interviews mit ehemaligen Schülern, die es im Beruf zu herausragenden Positionen gebracht haben. So enthält die jeweils im Sommer und zu Weihnachten erscheinende Zeitung diesmal ein Interview mit dem Ehemaligen Professor Dr. Klaus Trojan (Abitur 1963), als Architekt und Städtebauer u.a. federführend beim Masterplan für die HafenCity in Hamburg.
(FOTO: Schulleiter Dr. Martin Lichte (Mitte) erhielt ein Kontingent der jetzt 60 Jahre „Alten Schulglocke“, das ihm Renate Janßen-Niemann als Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums überreichte. Ihr Stellvertreter Matthias Bollmeyer zeigt dazu die erste Ausgabe vom Juni 1951.)

Autor : Wolfgang A. Niemann

Ein besonderer Schulchor-Auftritt

JEVER/WAN Stehende Ovationen für die großartigen Leistungen gab es am Sonntag in der gut besuchten Stadtkirche für das traditionelle Sommerkonzert des Mariengymnasiums zu Jever. Der sehr abwechslungsreiche Reigen reichte dabei von Mozarts „An die Freundschaft“ bis zum „Hard Rock Blues“ der Bläserklasse.
Dieses Ensemble aus ganz jungen Schüler erhielt bei beiden Vortragsblöcken viel Beifall für seine vielversprechenden Darbietungen, während ansonsten Gesang die gut zwei Stunden beherrschten. Unter dem Gesamtmotto „In aller Freundschaft“ eröffnete der Schulchor das Konzert mit solch wechselvollen Beiträgen wie dem fröhlich swingenden „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Kultfilm „Die Drei von der Tankstelle“ und Haydns madrigalartigen Vertonung von Lessings „Die Beredsamen“.
Chorleiter Frank Roloff, der von der jetzt scheidenden Referendarin Hanna Rühs unterstützt wurde, hat das vielköpfige Ensemble auf hervorragende Satz- und Harmoniegesänge ausgerichtet. Eine exzellente Leistung legte zwischendurch der Projektchor aus Abiturienten vor, die ihr Lied „Wir hatten eine gute Zeit“ von der Abiturfeier als beeindruckenden Madrigalchor mit wunderbaren Harmonien darbrachten.
Wie der kommissarische Schulleiter Dr. Martin Lichte eingangs betonte, waren mit diesen Abiturienten wie auch mit Ex-Schulleiterin Dorothe Levin eine Menge Mitwirkende seit neun Tagen „Ehemalige“ des MG. Ganz im Gegensatz zu den durchweg sehr jungen Solisten des Abends, wo die 14-jährige Jelena Naß sich allein auf der Gitarre zum REM-Song „Mad World“ begleitete. Einen der ungewöhnlichsten Vorträge bot die noch ein Jahr jüngere Chalice Höhne, die mit herbem Mezzo-Sopran romantische Lieder nach spanischen Volksweisen sang und sich als außergewöhnliches Talent präsentierte.2011_0711mgkonzertrainerpelzfrankroloff_web
Ähnlich viel Beifall erhielt aber auch die sogar erst zwölfjährige Daaje Anna Janssen, die als Klaviersolistin ein geradezu perfektes „Regentropfen-Preludium“ von Chopin (op 28/15) am Flügel darbot. Dass es neben manch angelsächsischen Chorweisen aber auch modernes deutsches Liedgut für den Choreinsatz gibt, bewies Hubert von Goiserns bewegendes Lied „Weit weit weg“. Nachdem dann zum Abschluss die bleibenden Schülern den Abiturienten für ihr Mitwirken aber auch Chorleiter Roloff für seine tolle Betreuung gedankt hatten, gab es als Zugabe noch einmal die russische Weise „Ladoo, lebt wohl liebe Freunde“.

2011_0711mgkonzert02_web

FOTO: der Schulchor hier mit Hanna Rühs als Leiterin, während Frank Roloff selbst mitsingt 
Mit großem Dank und viel Beifall verabschiedet wurden vor der Zugabe noch die ehemalige Schulleiterin Dorothe Levin sowie der künftige Pensionär Rainer Pelz für ihr langjähriges Mitwirken im Schulchor.

Autor : Wolgang A. Niemann

Frau Levin verlässt Mariengymnasium

JEVER/WAN Wenn Dorothe Levin an diesem Freitag als Leiterin des Mariengymnasiums zu Jever feierlich verabschiedet wird, liegen 16 Jahre hinter ihr, die sie im Rückblick als durchweg sehr angenehm beschreibt und: „Es gab keine wirklichen Tiefschläge.“
Nach dem frühen Tod ihres Vorgängers Cord Degener hatte sie sich 1994 um den Posten an der altehrwürdigen Schule beworben und diesen am 19. Juni 1995 angetreten. Der Wechsel war seinerzeit auch bedingt durch die Fusion des Max-Planck- mit dem Humboldt-Gymnasium in Wilhelmshaven, woraus 1993 das Gymnasium am Mühlenweg (GaM) wurde. Nach ihrem Studium in Hannover war Dorothe Levin zunächst an das Studienseminar der Jadestadt gekommen und dann 1982 an die Humboldtschule gewechselt, wo sie 1991 stellvertretende Schulleiterin wurde. Nach der Fusion fungierte sie bis zum Wechsel nach Jever noch als Koordinatorin am GaM.
In Jever habe sie ein hervorragendes Team an Lehrkräften vorgefunden und in den letzten zehn Jahren seien viele gute junge hinzugekommen. Selbst gab sie Unterricht in ihren studierten Fächern Musik und Französisch. Bis zum Schluss brachte sie sich auch in den Schulchor ein, den sie zeitweise sogar selbst leitete. Die schönste Zeit aber sei das Jahr 2004 gewesen, als nach der Abschaffung der Orientierungsstufe die 4. und 5. Jahrgänge wieder in den Gymnasialbetrieb integriert wurden: „Diese ganz jungen Schüler waren eine echte Bereicherung, so quirlig und hochmotiviert.“
Doch auch das soeben beendete Doppel-Abitur hat sie bei aller möglichen Kritik als einen schönen Abschluss ihrer MG-Zeit empfunden. Das sei noch einmal eine echte logistische Herausforderung gewesen mit 840 Klausuren und 243 mündlichen Prüfungen. Sie hätte sich im Vorfeld nur gewünscht, dass nicht alles „so übers Knie gebrochen“ worden wäre. Immerhin wurden manche Curricula und Bücher erst nachgereicht. Um so mehr habe sie sich gefreut, dass aus den beiden Jahrgängen im Endspurt ein echter einziger Jahrgang geworden sei.
Wenn Dorothe Levin trotzdem nun zum Studienseminar in Wilhelmshaven wechselt – wo sie übrigens auch wohnt – so geht sie nicht, weil sie unbedingt aus Jever weg wollte. Sie sei gern Schulleiterin hier gewesen, betont die 1954 in Bentheim geborene Oberstudiendirektorin, doch sie wollte noch einmal etwas Neues machen und freut sich auf die Herausforderung. Außerdem hat sie eine ganz besondere Beziehung zum Studienseminar, denn ihr Ehemann war einst ihr erster Chef dort. Mit ihm frönt sie im Übrigen das Hobby vieler Reisen mit dem Wohnmobil, wenn sie nicht gerade wieder ein Buch liest, was ihr neben gepflegtem Speisen sehr am Herzen liegt.

Autor : Wolfgang A. Niemann

Verabschiedung der Abiturienten 2011

JEVER/WILHELMSHAVEN/WAN Abitur im Doppelpack beim Mariengymnasium zu Jever, das hieß erstmals in der 438-jährigen Geschichte der einst von Fräulein Maria gegründeten Schule, dass die Abschlussfeier nicht in der Marienstadt gefeiert werden konnte. Mit 204 Abiturienten, der gesamten Lehrerschaft und all den Angehörigen fand deshalb die Zeugnisübergabe am Donnerstag in der voll besetzten Stadthalle Wilhelmshaven statt.
Schulleiterin Dorothe Levin schilderte in ihrer letzten Ansprache als Leiterin des MG – sie wechselt bekanntlich ab 1. Juli ans Studienseminar Wilhelmshaven – einige der Besonderheiten dieser logistischen Herausforderung mit 840 Klausuren, 243 mündlichen Prüfungen und Unmengen an Papier. Das Ergebnis aber sei hervorragend mit einem Notendurchschnitt von 2,5 und 45 Schülern mit einer 1 vor dem Komma. Bei ihrem Lob für die große Organisationsleistung von Oberstufenkoordiniator Norbert Neubauer erhielt dieser stehende Ovationen.2011_img_5886_web
In der Ansprache des Kollegiums an die frischgebackenen Inhaber der Allgemeinen Hochschulreife fand Anja Cotte, Lehrerin für Geschichte und Religion, dann mahnende Worte für die „Generation Facebook“. Dieser Jahrgang habe die größte Medienrevolution seit Erfindung des Buchdrucks erlebt, doch es liege in ihren Händen, die Demokratie gegen eine Reduzierung auf eine Spaßgesellschaft zu bewahren: „Vergessen Sie nicht das wirkliche Leben im digitalen!“ Sie hege jedoch viel Hoffnung, denn das Kollegium habe die Schüler als engagierte, kritische und humorvolle junge Menschen erlebt.
Renate Janßen-Niemann, Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums, warb für die Mitgliedschaft, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Als Thorsten Schlüter vom Schulelternrat danach mit den Ehrungen besonderer Leistungen begann, standen Christian Messow (Friedeburg) und Georg Brand (Schortens) an vorderster Stelle. Beide haben mit der Traumnote 1,0 bestanden und fanden trotzdem noch Zeit für Aktivitäten nebenher: Messow spielt derzeit die Hauptrolle im MG-Musical „Will?!“ und Brand, der außerdem noch mehrfach erfolgreich an naturwissenschaftlichen 2011_img_5915_webWettbewerben teilnahm, wirkte dort in der Schulband mit. Beide wollen nun Medizin studieren und werden vom MG für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen.

Nächstbeste mit einem Durchschnitt 1,1 waren Wiebke Zander und Tomke Zschachlitz. Sie wie auch zahlreiche Schüler mit besonderen Verdiensten wurden mit Buchgeschenken bedacht und zum bewegenden Abschluss der großen Feier brachte das Kollegium den Schüern mit dem eigens für diesen Zweck eingedeutschten „Old Lang Syne“ ein Abschiedsständchen. Am Freitag folgte dann an gleicher Stelle der große Abiturball.

 

Bilder : Wiebke Schönbohm-Wilke
Autor : Wolfgang A. Niemann