Was für ein Theater mit Corona

Der Untertitel: „AUFFÜHRUNG Mariengymnasium Jever führt im Juli sein neues Stück auf“

Szenenprobe

  JEVER/WAN Und nun zum Trotz: es wird in diesem Sommer ein Musical am Mariengymnasium zu Jever geben! Vom 6. bis zum 16. Juli sollen je nach Corona-Situation bis zu sechs Aufführungen open-air stattfinden

  Regisseur und Allroundmanager Jens Marnowsky hat dafür mit Helmut Kraussers „Haltestelle Geister“ eigens ein corona-geeignetes Stück ausgesucht, das ohne enge Gruppenbildungen auf der Bühne auskommt. Seit drei Wochen proben die Mitwirkenden nun bereits draußen, denn als Bühne dient der Pausenhof. An diesem Mittwoch fand endlich die erste gemeinsame Probe von Ensemble und Band statt, bei der Choreograf Meic Stephan auch die sehr unterschiedlichen Tanzeinlagen einstudierte.

 Abstände einzuhalten war während des strengen Lockdowns natürlich eine besondere Herausforderung und anfangs konnte es sogar nur per Online-Proben gehen. Dann folgten Musikerproben, bei denen jeder der Bläser in einem gesonderten Klassenzimmer spielte. Die zehn Musiker und Jens Marnowsky waren an diesem milden Probennachmittag – „Bei den vorherigen Proben hier draußen haben wir ganz schön gefroren!“ – die einzigen ohne Maske und die 15 Akteure mussten schon recht laut sprechen, um überhaupt verstanden zu werden.

 Das postmoderne Stück wurde 2007 bereits einmal von der Musical-AG des MG inszeniert und war nicht nur ein umjubelter Erfolg, aus ihm ging mit Jonas Schlagowsky auch ein Akteur hervor, der inzwischen als Schauspieler auf großen Bühnen und im Fernsehen spielt. Nicht umsonst gilt allerdings eine Altersbegrenzung ab 16 Jahre, weil es in „Haltestelle Geister“ ausgesprochen deftig zugeht mit rabiaten Szenen und Texten. Wobei die diesjährigen Akteure aus den Jahrgängen 9 bis 13 kommen und einige gerade erst dieses Alter erreicht haben.

 Die besonderen Umstände lassen im Übrigen lediglich 50 Zuschauer pro Aufführung zu. Wegen der wettermäßigen Unwägbarkeiten und eventueller Querschüsse durch Corona gibt es keinen Vorverkauf und es wird ein QR-Code vorgehalten, um tagesaktuell feststellen zu können, ob die jeweilige Vorstellung stattfinden kann.

 Für Jens Marnowsky ist es seit 1998 bereits die 18. Inszenierung, die des letzten Jahres aber soll auch nicht entfallen. Die Pandemie hatte das selbst entwickelte Stück „Homo Empathicus“ bekanntlich ausgebremst, nachdem es schon fast bühnenreif einstudiert war. Es dreht sich um die wilden 20er Jahre des 20. Jahrhunderts und hier heißt es noch einmal „Trotzdem“ – es soll nun eben 2022 nachgeholt werden und dann möglichst wieder in gewohnter Form und im Theater am Dannhalm.

Autor: Wolfgang A. Niemann 

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