Abitur 2019 geschafft – Feier in der Stadtkirche

117 Abiturienten in der Stadtkirche und am Pult Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck

JEVER/WAN 117 frischgebackene Abiturienten des Mariengymnasiums zu Jever saßen am Donnerstag in der Stadtkirche, um ihre Zeugnisse entgegenzunehmen. Zuvor aber erklärte Landrat Sven Ambrosy seitens des Landkreises Friesland als Schulträger: „Wir sind stolz auf Euch!“
Ambrosy wünschte den jungen Menschen, dass sie nun ihren Weg finden. Der aber möge sie gern auch wieder in die Heimat zurückführen. Zugleich wies er darauf hin, dass man mittlerweile auch hier in dieser aufstrebenden Region Karriere machen kann. Dem großen prägenden Gemeinschaftsprojekt Abitur huldigte auch Bürgermeister Jan Edo Albers, selbst ein Ehemaliger des MG.
Für den Verein dieser Ehemaligen sprach dessen Vorsitzende Renate Janßen-Niemann, die diesen G8-Jahrgang besonders lobte. Diese kürzere Schulzeit sei eine Herausforderung gewesen, um so bemerkenswerter seien all die sonstigen Aktivitäten und AGs zu bewerten. Und es brandete starker Beifall auf, als sie darauf hinwies, dass an den Vortagen gleich sieben dieser Abiturienten noch großartige Leistungen beim diesjährigen Musical gezeigt haben. Bernd Brüggemann vom Schulelternrat war ebenfalls voller Lob und das galt insbesondere auch den engagierten Lehrern.
Für die sprach Dr. Michael Drawe und er erinnerte an zwei Besonderheiten dieses Jahrgangs. Es gab einerseits erstmals eine Inklusionsklasse und für die Lehrer zusätzlich eine andere Belastung: „Wir sind gependelt zwischen Schortens und Jever und hatten Euch an beiden Standorten lieb.“
Jürgen Ploeger-Lobeck als kommissarischer Schulleiter erhielt Jubel und Beifall, als er die 117 mit „Lieber Lieblingsjahrgang“ ansprach. Der habe nun das Abitur in nur zwölf Jahren absolviert: „Andere brauchen länger.“ Doch die nächste Herausforderungen stünden erst noch bevor. Und wenn dann etliche noch zu Schulzeiten sich ihrer eigenen Zukunft mit Aktionen zu „Friday for Future“ gewidmet hätten, habe er das grundsätzlich gutgeheißen, auch wenn er als Schulleiter natürlich Schuleschwänzen verurteilen müsse.
Mit besonderem Stolz nannte er eine tolle Zahl: der Notendurchschnitt dieses Jahrgangs liege diesmal bei 2,48 und sei damit der beste seit etlichen Jahren. Abschließend erklärte er, er sage bewusst nicht Lebewohl sondern Auf Wiedersehen. Mit ebenso geschliffenen Worten sprach Jannes Wiesner für die Abiturienten und ergötzte sich als erstes über Aspekte der neu gewonnenen Freiheit: „Montag, erste Stunde, Mathe – was könnte es schlimmeres geben?!“
Seine kritischen Worte betrafen dann jedoch nicht die Lehrer sondern allerlei Unzulänglichkeiten am MG, insbesondere solche der Technik. Aber auch die zahllosen, nämlich magere zwei Klassenfahrten nach Langeoog und Berlin, die jedoch sehr prägend und klassenbildend gewesen seien.
Nach der Zeugnisausgabe gab es noch etliche Preise an Schüler, die sich durch besondere Aktivitäten verdient gemacht haben. Und abschließend wurden gleich fünf Absolventen für herausragende Noten geehrt, allen voran Frederic Krause, dessen Abiturnote von 1,0 inoffiziell sogar eine 0,7 war. Er wie auch Eric Rochsburg (1,1), Marlene Weinstock und Jannes Wiesner (beide 1,2) werden nun für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen. Das bleibt Jonas Michael (1,2) vorenthalten, weil er nicht studieren will sondern eine Ausbildung zum Fluglotsen anstrebt.


diese fünf schafften herausragende Abiturnoten: v.l. Marlene Weinstock, Jannes Wiesner, Eric Rochsburg, Frederic Krause und Jonas Michael

von Wolfgang A. Niemann

MG Musical-AG mit „voll verboten“

JEVER/WAN Eine umjubelte Premiere feierte die Musical-AG des Mariengymnasiums zu Jever mit ihrer jüngsten Inszenierung „Voll verboten“ am Dienstag im Theater am Dannhalm. Eingangs lobte Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck die Idee, angesichts bedenklicher Probleme mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen West und Ost dieses Stück zum 30-Jährigen des Mauerfalls aufzuführen.
Die Geschichte, die sich stark an Thomas Brussigs „Sonnenallee“ orientiert und in einer früheren Fassung im Mai 2008 ihre Uraufführung durch die Musical-AG feierte, spielt in Ost-Berlin und Micha (Thore Schmidt) erklärt zu Beginn: „Ich wohne in einem sehr jungen Land – ansonsten habe ich keine Probleme.“ Stattdessen hegt er zwei Träume, die kaum miteinander zu vereinbaren sind. Die angehimmelte aber hochnäsige Miriam (Jane Fischer) hat einen West-Freund und für ein Studium in Moskau müsste man dem allgewaltigen gewisse Vorleistungen bringen – zum Beispiel sich für drei Jahre zur Nationalen Volksarmee verpflichten.
Doch diese Jugend quasi im Schatten des „antifaschistischen Friedenswalls“ sucht sich ihre Nischen in der realsozialistischen Diktatur und foppt so manches Mal die strenge Staatsmacht auf clevere Weise. Wobei es auch herbe Verluste gibt, wenn der Oberwachtmeister (Moritz Bomhauer) ins Kassettenüberspielen platzt und den harmlosen West-Hit „Moscow“ (Wonderland) konfisziert, weil der subversive Textpassagen aufweise. Ein noch größerer Schatz aber wäre die echte Rolling Stones-LP „Exile on Main Street“ – unter der Hand für nur 150 Mark zu haben!
Ganz viel Realsatire aus dem wahren Leben im Arbeiter- und Bauernparadies wird aufgespießt, so die heimlichen Tricks für Privilegien, wenn Michas Vater (Lasse Sjuts) erfolgreich ein Telefon beantragt, weil er angeblich Epileptiker ist. Und Mutter Doris (Teresa Habben) trägt sich mit heiklen Fluchtgedanken, seit sie einen West-Pass gefunden hat.
Derweil verhöhnen die Jugendlichen West-Touristen, wenn die die DDRler über die Mauer wie Zootiere begaffen oder sich als Niete erweisen wie die nervige Tante Lina (Britta Bomhauer) mit ihren untauglichen West-Mitbringseln. Und dann kommt es bei einer Schulfeier zu einem Eklat, weil auf einem Banner zur Ehre der Partei die „Vorhut der Arbeiterklasse“ zur „Vorhaut“ verunziert wurde. Nur das sofortige Geständnis rettet den Übeltäter, während andere Jugendliche sich ohnehin lieber vorsorglich bei der Schulleitung und den allgegenwärtigen Vertretern der Staatsmacht einschmeicheln.
Irgendwie lässt es sich so trotz vieler Verbote ganz gut leben mit all den kleinen Nischen und heimlichen wilden Parties und das Liebesleben ist den 17-Jährigen ungleich wichtiger als die Frage, was man später mal studieren könnte, das nicht politisch angehaucht ist. Bei all dem fröhlichen Treiben, das die Schrecken des Stasi-Staates dabei durchaus nicht verharmlost, spielen freche Sprüche und die von Meic Stephan einstudierten mitreißenden Choreographien ein wichtige Rolle für einen großen Musical-Spaß mit ernstem Hintergrund.
Als Komponist, Texter und Regisseur hat Jens Marnowsky das Ensemble samt der peppigen Band zu Top-Leistungen gebracht und da man weiß, dass die Geschichte dank des Mauerfalls tatsächlich ein Happyend bekommt, ist der Spaß daran um so unbeschwerter. Darauf dürfen sich dann auch die Zuschauer der nächsten Aufführungen am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 19.30 Uhr freuen.

von Wolfgang A. Niemann

Jahreshauptversammlung 2019 im Mariengymnasium

JEVER/WAN In ihrem Jahresrückblick freute sich Renate Janßen-Niemann als Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever auf der Jahreshauptversammlung am Freitag besonders über den konstanten Mitgliederbestand von rund 500.
Immerhin sei es bei einem Ehemaligenverein normal, dass Mitglieder altersbedingt durch Ableben ausscheiden. Das wurde 2018 jedoch durch insgesamt 18 Neueintritte ausgeglichen, wobei allein das Alumni-Treffen Weihnachten 2018 besonders erfolgreich war. Seit dieser erneut sehr gut besuchten Zusammenkunft ehemaliger MG-Absolventen ist auch die sogenannte Schnittstelle zwischen Ehemaligen und Abiturienten gut angelaufen.
Dazu berichtete Philipp Rocker über diese Berufsdatenbank, die von Oberstufenkoordinatorin Kati Finke angeregt worden war. Dieser Internetauftritt ermöglicht Abiturienten, Kontakte herzustellen zu Vereinsmitgliedern, die zu ihrem Beruf, dem Ausbildungsweg und weiteren Themen Auskunft geben und Hilfestellung vermitteln können. Auch Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck begrüßte dieses Initiative, die eine gute Anbindung an Expertenwissen ermögliche.
Bei der alljährlichen Vergabe von Fördermitteln seitens des Ehemaligenvereins wurde der Vorstand ermächtigt, bis zu 1000 Euro auf Antrag für besondere kurzfristige Ausgaben zu bewilligen. Konkrete Förderungen wurden für fünf Lizenzen für Lehrkräfte zur Benutzung der App „Actionbound“ zur Erstellung von GPS-Ralleys erteilt sowie für das MG-Logo auf den neuen Funkuhren in des Schulräumen.
Bei den fälligen Neuwahlen wurden Renate Janßen-Niemann, ihr Stellvertreter Dr. Matthias Bollmeyer, Schatzmeister Dirk Degener, Schriftführer Jan Edo Albers, Organisationswart Peter Tolksdorf sowie der Kommunikationsbeauftragte Philipp Rocker jeweils einstimmig auf weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Autor: Wolfgang A. Niemann

BILDUNG – Prof. Dr. Ulrich Heinen spricht bei „Ehemalige Persönlich“ über Medizintechnik – Neues Format der Studienberatung

Ausflug in die Studienpraxis: Ulrich Heinen vor den Schülern BILDER: Christoph Hinz

Bei den „Jeverschen Vorlesungen“ informiert auch Historiker Prof. Dr. Dietmar von Reeken.
JEVER. Einen echten Doppelwurf in Sachen Information gelandet haben der Verein der Ehemaligen des Mariengymnasiums und das Mariengymnasium (MG) am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag mit der 17. Auflage des Vortragsabends „Ehemalige persönlich“ und dem ersten Anlauf der neuen Reihe „Jeversche Vorlesungen – Schule trifft auf Universität“ zur Studien- und Berufsorientierung. Musiker im Nebenberuf
Als Ehemaliger berichtete in der Abendveranstaltung Prof. Dr. Ulrich Heinen, Abiturjahrgang 1990, über seinen beruflichen Werdegang. Heinen ist Diplom-Chemiker und Professor für Medizintechnik und Bildgebende Diagnostik sowie naturwissenschaftlich-technische Grundlagenfächer an der Hochschule Pforzheim. Der Titel seines Vortrags lautete „Der Blick in den Menschen – neue Werkzeuge für die Medizin“. 2016 hat Heinen seine Lehrtätigkeit in Pforzheim aufgenommen. Wer seine Eltern noch kannte, Sibylle und Ferdinand Heinen, den wunderte es am Donnerstagabend nicht, dass der erfolgreiche Naturwissenschaftler zudem nebenberuflicher Kirchenmusiker ist. In der Familie Heinen wurde Musik immer groß geschrieben. Rückblickend machte Heinen aber deutlich, dass ihn am MG besonders der Musiklehrer und jeversche Kantor Günther Maurischat geprägt habe. Und ohne den Fachlehrer für Chemie, Oltmann Oltmanns, „hätte ich sicherlich nie Chemie studiert“. Heinen gehörte zum ersten Jahrgang, der Informatik als Abifach hatte.
„Spione“ im Körper. Fünf Verfahren der Medizintechnik stellte Ulrich Heinen vor: Ultraschallbildgebung, Projektionsröntgen, Computertomographie, Kernspintomographie und Positionen-Emissions-Tomographie. Weltweit forscht der Butenjeveraner mit Kollegen an der Magnetpartikelbildgebung. Dabei geht es im Wesentlichen darum, magnetische Nanopartikel im Körper „spionieren“ zu lassen – eine strahlungsfreie Untersuchungsmethode. Mitreißend berichtete Ulrich Heinen nicht nur über seinen Werdegang, sondern gab auch Einblick in die Entwicklung eines noch relativ junges Forschungsgebietes, das die Qualität der Diagnostik in Zukunft erheblich nach vorn bringen dürfte.
Gestern, anlässlich des Starts der Reihe „Jeversche Vorlesungen“, stand für den Ehemaligen nicht so sehr das Fachliche im Vordergrund, sondern das noch vergleichsweise neue Studienfach Medizintechnik und die Studienbedingungen.
Dr. Markus Gärtner, Beauftragter für Studienberatung am Mariengymnasium, hatte unter dem Motto „Schule trifft auf Universität“ ein spannendes Programm organisiert. Die Veranstaltungsreihe soll als Teil des neuen Studienberatungskonzepts zweimal im Jahr den Oberstufenschülern Gelegenheit geben, sich zu orientieren und dafür Informationen von Hochschulprofessoren zu nutzen. Unter anderem geht es um Zugangsvoraussetzungen, Inhalte und Abläufe der jeweiligen Studiengänge.
Hohe Abbrecherquote
In seiner Einführung und Anmoderation erläuterte Gärtner, die Motivation, die hinter den „Jeverschen Vorlesungen“ steht: Viele Studenten würden in ihrem Fach etwas anderes erleben als sie erwartet hätten – das Ergebnis sei eine Abbrecherquote von offiziell 33 Prozent, die vielleicht noch viel höher liege. An dem Punkt setzen die Vorlesungen an. Bewusst hat Markus Gärtner zwei recht unterschiedliche Referenten an der Start gebracht, „einen Geisteswissenschaftler und einen Naturwissenschaftler, ein sehr altes und ein neues Studienfach“, wie er sagte.
Außer Ulrich Heinen (Thema „Der Studiengang Medizintechnik“) informierte der Historiker Prof. Dr. Dietmar von Reeken (Universität Oldenburg) unter dem Titel „Geschichte studieren – Master of Arts oder Master of Education?“ über sein Fach.
An die Vorträge schloss sich eine von Markus Gärtner moderierte Podiumsdiskussion an, danach konnten die Schüler sich direkt mit Fragen an die beiden Referenten wenden.

aus dem Jeversches Wochenblatt vom 15.02.2019

„Ehemalige persönlich“ – Vortrag mit Ulrich Heinen

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Heinen

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Heinen

Der Vereinsvorstand des Vereins der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever e. V, konnte unser Mitglied Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Heinen aus dem Abitur-Jahrgang 1990 des Mariengymnasiums, Diplom-Chemiker und Professor für Medizintechnik und Bildgebende Diagnostik sowie naturwissenschaftlich-technische Grundlagenfächer in der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim, als Referenten gewinnen. Nachdem er in der Sommerausgabe 2018 der Vereinszeitschrift „Die alte Schulglocke“ über seinen Werdegang und seine Tätigkeiten im Rahmen der Reihe „Ehemalige persönlich“ berichtet hatte, steht er im Februar 2019 für zwei Vorträge zur Verfügung. Der öffentliche Abendvortrag zum Thema „Der Blick in den Menschen: neue Werkzeuge für die Medizin“ findet am Mittwoch, 12. Februar 2019, ab 19.30 Uhr in der Aula des Mariengymnasiums statt. Am nächsten Vormittag folgt ein Vortrag für Schülerinnen und Schüler der Schule. In diesem Rahmen wird Ulrich Heinen als Referent an den erstmals organisierten „Jeverschen Vorlesungen“ für Studien- und Berufsorientierung des Mariengymnasiums teilnehmen.

Alle Ehemaligen und Gäste sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen finden Sie vor der Veranstaltung unter www.ehemalige-mgjever.de.

 

 

ALUMNI Treffen – volle Mensa am 27.12.2018 im Mariengymnasium

JEVER/WAN Auch das mittlerweile 4. Alumni-Treffen der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever war mit rund 300 Teilnehmern wieder ein voller Erfolg. Zu nicht enden wollenden Plaudereien fanden sich überall in der Mensa Gruppen zusammen.
Organisiert von der ARGUS (Arbeitsgemeinschaft Unsere Schule) und dem Verein der Ehemaligen begrüßte Oberstufenkoordinatorin Kati Fink eingangs unter anderem die weitestgereiste Teilnehmerin aus New York sowie mit Gerd Borchers aus Sande den ältesten anwesenden Ehemaligen. Der 80-Jährige wurde zum Abi-Jahrgang 1958 gezählt, er hatte das MG allerdings bereits 1955 mit dem sogenannten „Bauern-Abitur“ (Mittlere Reife) verlassen. Um so stolzer verwies er auf seinen Sohn und seine fünf Töchter: mit denen habe er gleich sechs Nachkommen, die allesamt hier das Abitur machten.
Vorgestellt wurde zwischendurch die vom Verein der Ehemaligen eingerichtete „Berufsdatenbank“ auf einer Schnittstelle der Homepage des Vereins. Per Internet helfen hier Ehemalige Abiturienten bei Fragen rund um das Studium und zur Berufsfindung. Und es gab auch eine unterhaltsame Einlage, bei der Ehemalige in Gruppen Kommentare abgeben oder fast wahre Geschichten zu Bildern aus dem Archiv der Schule vortragen sollten.
Eine Gruppe um Beate und Patrizia, Abi-Jahrgang 1984, erklärte zu interpretierbaren Bildern Leidensgeschichten von Lehrern und Schülern hinter Gittern, während Peter und seine Freunde vom Abi-Jahrgang 2013 offenbar seinerzeit ihre Probleme mit Mathematik hatten. Jedes der gezeigten Bilder schien mit dem Quälfach behaftet bis hin zu Frau Borschell mit der Flasche Dujardin. Matheaufgabe: 2 Kilogramm Weinbrand, wie viel Promille hat dann jeder der 20 Schüler?
Besonders krause Beiträge lieferten schließlich Jens Bölte, Jannes Schmacker und Tobias Halm vom Abi-Jahrgang 2011, die sogar von einer Zwillingsschule, dem „Marine-Gymnasium“ berichteten, das mit der „Mars“ ein eigenes Schulschiff unterhielt. Aber auch sonst war die Stimmung bestens und nach vier Stunden verabschiedete man sich mit dem Hinweis auf den 27. Dezember 2019 mit der dann 5. Neuauflage des Alumni-Treffens des MG.

FOTO: Jannes Schmacker (sitzend) und Jens Bölte (mit Mikrofon) unterhalten mit krausen Geschichten zu echten Archivbildern

Autor: Wolfgang A. Niemann

Adventskonzert am MG

JEVER/WAN „Wegen Überfüllung geschlossen“, das Schild hätte Pastor Torsten Harland am Samstagabend an der Tür der jeverschen Stadtkirche anbringen können, so gut besucht war das große Gotteshaus zum traditionellen Adventskonzert des Mariensgymnasiums.
Wie üblich stimmten die Bläserklassen 5b und 6b mit weihnachtlichen Klängen ein. Doch dann folgte eine Neuerung, denn erstmals wurden sämtliche Vorträge von Lesungen eingeleitet. Schüler der Klasse 7a durften einmal ein bisschen Pfarrer spielen und von der Kanzel sprechen. Von dort lasen sie jeweils Passagen, die Susanne Niemeyers „Aus dem Tagebuch eines Weihnachtsengels“ nachempfunden waren.
Groß war dazu die musikalische Vielfalt, wenn da die Bläser-AG „Pachelbels Kanon“ intonierte und die Bläserklasse 6b Weihnachtsklassiker wie „Rudolph, the red-nosed Reindeer“ oder „Feliz Navidad“ vortrugen. Der Schülerchor mg-Voices widmete sich dem „White Winter“, sang aber auch im Wechsel mit dem Lehrerchor das ehrwürdige „Den die Hirten lobeten sehre“ (Michael Praetorius).
Wie humorvoll Teile der Lesungen waren, zeigte mittendrin eine Stelle, wo der erzählende Engel über „Jingle Bells“ in der Dauerschleife lästerte. Und prompt spielte die Bläserklasse 5b genau diesen Ohrwurm. Um so berührender klang dagegen Andra Days bewegender Welthit „Rise up“, den Elena Kerger gekonnt darbot. Begleitet wurde sie von Piet Thiesen auf der Gitarre, der außerdem den Refrain im Duett mitsang. Von diesen Beiden hätte man gern noch mehr gehört.
Doch auch der Gastauftritt der Pop-Combo der Musikschule Friesland-Wittmund erhielt sehr viel Beifall für das anspruchsvolle Instrumentalstück „Spain“ des Jazzkomponisten Chick Corea. Combo und mg-Voices leiteten dann mit „Santa Claus is coming to town“ das Finale ein, zu dem Bente Schadewald den vergnüglichen Abschluss der Weihnachtsgeschichte des Engels las. Nach dem abschließenden „Christmas Collage“ der Bläser-AG gab es rauschenden Beifall und der wiederholte sich noch einmal, als Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck und die Schüler die verantwortlichen Musiklehrer Frauke Harland, Roland Legantke, Thomas Lemke und Frank Roloff für ihre engagierte Arbeit beim Einstudieren und Dirigieren dankten.

die mg-Voices flankiert von Bläsern und Combo

Elena Kerger und Piet Thiesen beim bewegenden „Rise up“

Zum Tode von Dr. Rémy Petri

Am 2. Dezember 2018 verstarb in Sande der frühere Oberstudienrat am Mariengymnasium Jever Rémy Petri. Er war am 5. Juli 1934 in Thionville (Basse-Yutz) in Lothringen geboren worden und zog im Jahr 1936 mit seinen Eltern nach Bremen. Die Jahre des 2. Weltkriegs verlebte er in Dornumersiel in Ostfriesland. Nachdem er im Jahr 1941 in Westerbur eingeschult worden war, wollte er schon als Zweitklässler Lehrer werden, weil sein Volksschullehrer ihn derart beeindruckte und begeisterte. Mit dem Kriegsende im Frühling 1945 zog Petri mit seinen Eltern wieder nach Bremen zurück, wo er 1955 die Abiturprüfung am Alten Gymnasium bestand. Körperlich von einer überwundenen Polio-Erkrankung in jungen Jahren gezeichnet studierte Rémy Petri in Erlangen, Kiel und Hamburg die Fächer Klassische Philologie, Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Musikwissenschaft. Im Jahr 1961 wurde er bei Reinhold Merkelbach an der Universität Erlangen mit einer gräzistischen Dissertation „Über den Roman des Chariton“ Dr. phil. promoviert. Darin wies er nach, dass der kaiserzeitliche Autor in seinem Werk keine religiöse Bedeutung transportiert, sondern nur auf eine Erzählebene abzielt. 1962 absolvierte er das 1. Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt in Hamburg, dem ein Jahr im Privatschuldienst folgte. Ebenfalls im Jahr 1962 heiratete er seine Frau Irene. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor.
Nach seinem Referendariat in Delmenhorst und Oldenburg legte Petri im Jahr 1965 das 2. Staatsexamen ab, zog mit seiner jungen Familie ins friesländische Sande und trat im selben Jahr in das Lehrerkollegium des Mariengymnasiums Jever ein.
Am Mariengymnasium unterrichtete Rémy Petri seitdem die Fächer Latein und Griechisch, aber aus seiner persönlichen Leidenschaft heraus ebenso die Fächer Deutsch und Musik. Dabei zeigte er sich seinen Lerngruppen regelmäßig als exzellenter Fachwissenschaftler. Seine konsequente Strenge wandelte sich – wie er es selbst in den 1990er Jahren nannte –  „mit großväterlicher Milde“ zu einer humorvollen Ernsthaftigkeit in einer stets guten und gedeihlichen Atmosphäre.
Vom Verein der Ehemaligen des Mariengymnasiums zu Jever e. V. wurde er im Vorfeld der 400-Jahr-Feier im Jahr 1973 gebeten, die von Hugo Harms aus reichen Quellen bis 1969 im Manuskript zusammengestellte Geschichte der Schule als Festschrift in eine handliche und lesbare Form zu bringen. Diese „Geschichte des Mariengymnasiums“erschien 1973 und wurde von Petri in seiner Funktion als stellvertretendem Schulleiter noch um eine zweite Festschrift mit Beiträgen über die Gegenwart der Schule ergänzt. Seit 1971 war er aufgrund seiner Verbundenheit zum Mariengymnasium als Lehrer und Vater auch Mitglied im Verein der Ehemaligen gewor-den, in dessen Mitgliederzeitschrift „Die alte Schulglocke“ er interessante Beiträge veröffentlichte.
Sein Amt als stellvertretender Schulleiter des Mariengymnasiums, das Petri als Nachfolger des am 31. Januar 1971 pensionierten Eberhard Kurtze angetreten hatte, gab er wenige Jahre später zurück und baute in den folgenden Jahren die Oberstufenbibliothek auf, die er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand leitete. Besonders durch seine reichen sprach-, literaturund kulturwissenschaftlichen Anschaffungen konzipierte er einen Buchbestand zum wissenschaftspropädeutischen Arbeiten in der reformierten Oberstufe, der die modernen Bestände der Bibliothek des Mariengymnasiums als Basis bis heute prägt. In den Jahren 1976 und 1983 folgte in zwei Teilen die Edition der „Series familiae Werdumanae usque ad annum 1667“, die Remy Petri gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Wackwitz in lateinischer Sprache mit deutscher Übersetzung und Anmerkungen herausgab und die bis heute die wichtigste Quelle für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Familie derer von Werdum aus dem Harlingerland darstellt. Zum Schuljubiläum im Jahr 1998 organisierte Petri gemeinsam mit Kollegen und OberstufenschuÌülern die Ausstellung „Schätze aus der historischen Bibliothek“, zu der ein ebenfalls von ihm betreuter Ausstellungskatalog erschien.
Zu den Sommerferien 1999 trat Remy Petri als Oberstudienrat in den Ruhestand, nachdem er die beiden bisher letzten Leistungskurse im Fach Latein am Mariengymnasium zum Abitur 1998 und 1999 geführt hatte. Eine ganze Generation von Schülerinnen und Schülern wurde durch sein umfassendes Wissen gefördert und fachlich motiviert.
Im Ruhestand blieb Petri seinen fachlichen Leidenschaften weiter verbunden. Er wirkte in derjeverschen „Literaria“, deren Auflösung wegen Überalterung er im November 2018 noch mitgestaltete, und leitete mit hohem Anspruch u. a. einen eigenen Literaturzirkel in Sande – auch noch, als er im hohen Alter fast vollständig erblindet selbst nicht mehr lesen konnte. Neben familiäre Aktivitäten mit seiner Frau, seinen Kindern und seinen Enkeln trat im Ruhestand auch die Herausgeberschaft mehrerer Bände mit Erzeugnissen aus den erwähnten literarischen Arbeitskreisen. Im Jahr 2006 gab er „Allerlei Friesisches zwischen Buchdeckeln: Gedichte und Prosa mutiger Autoren“ heraus, 2007 folgte die Anthologie „Wege von Mensch zu Mensch: wechselnde Pfade –  Schatten und Licht“ und im Jahr 2010 der Sammelband „Leben – Liebe – Licht: Erlebnisse und Betrachtungen heimischer Autoren“.

Das Mitgefühl der Ehemaligen des Mariengymnasiums gilt seiner Frau und seiner Familie.

von Matthias Bollmeyer